Anwartschaft für Soldaten: PKV während der Dienstzeit auf Pause stellen

Vor Kurzem hat mich ein in Koblenz stationierter Berufssoldat kontaktiert, der online ganz gezielt nach einer großen Anwartschaft gesucht hatte. Er wusste schon, dass er später in den Beamtenstatus wechseln will, und wollte sich den günstigen Einstieg in die private Krankenversicherung nicht verbauen. Genau darum geht es bei einer Anwartschaft. Hier bekommst du das Ganze verständlich erklärt, ohne Paragraphen-Deutsch.

Was bedeutet eine Anwartschaftsversicherung?

Eine Anwartschaftsversicherung ist im Kern ein Recht, das du dir für später sicherst. Du hältst dir damit die Tür offen, zu einem späteren Zeitpunkt in die private Krankenversicherung zu wechseln, und zwar ohne erneute Gesundheitsprüfung und zu den Bedingungen von heute.

Der Gedanke dahinter ist einfach. Heute bist du in der Regel gesund und gut versicherbar. Was in fünf oder zehn Jahren ist, weiß niemand. Kommt bis dahin eine chronische Erkrankung oder eine andere gesundheitliche Vorbelastung dazu, kann das den Zugang zur privaten Krankenversicherung verteuern oder erschweren. Mit einer Anwartschaft frierst du deinen heutigen Zustand ein und schützt dich vor genau diesem Risiko.

Wichtig zu verstehen: In der Anwartschaftsphase bist du noch nicht voll versichert und reichst auch keine Rechnungen ein. Du zahlst einen vergleichsweise kleinen Betrag dafür, dass dir das Recht auf den späteren Wechsel erhalten bleibt. Wie hoch dieser Betrag ausfällt, hängt von der Variante und deiner Situation ab, das schauen wir uns im Gespräch gemeinsam an.

Kleine oder große Anwartschaft?

Es gibt zwei Varianten, und der Unterschied entscheidet darüber, wie viel du später davon hast. Beide sichern dir den Verzicht auf eine erneute Gesundheitsprüfung. Die große geht aber einen Schritt weiter und nimmt auch deinen späteren Beitrag mit ins Visier.

VarianteWas sie absichert
Kleine AnwartschaftSichert nur deinen Gesundheitszustand. Du verzichtest beim späteren Wechsel auf die erneute Gesundheitsprüfung, das Eintrittsalter bleibt aber unberücksichtigt.
Große AnwartschaftSichert zusätzlich dein Eintrittsalter. Sie baut schon jetzt Alterungsrückstellungen auf und dämpft dadurch deinen späteren Beitrag.

Welche Variante für dich sinnvoll ist, hängt von deiner Planung und deinem Zeithorizont ab. Das klären wir kurz gemeinsam.

Kurz gesagt: Die kleine Anwartschaft ist die schlanke Absicherung nur deines Gesundheitszustands. Die große Anwartschaft denkt weiter und sorgt zusätzlich dafür, dass dein späterer Beitrag nicht komplett von deinem dann höheren Alter bestimmt wird, weil im Hintergrund bereits Alterungsrückstellungen wachsen.

Warum sie für Soldaten und angehende Beamte wichtig ist

Für Berufssoldaten und angehende Beamte ist die Anwartschaft besonders relevant, weil bei ihnen ein Statuswechsel absehbar ist. Wer den späteren Übergang in den Beamtenstatus plant, kommt fast automatisch mit der privaten Krankenversicherung in Berührung.

Der Grund liegt im Beihilfesystem. Als Beamter trägt der Staat über die Beihilfe einen großen Teil deiner Krankheitskosten, zum Beispiel rund 70 Prozent. Den Rest sicherst du privat ab, in der Regel über eine beihilfekonforme private Krankenversicherung. Wie dieses Zusammenspiel genau funktioniert, habe ich im Artikel PKV für Beamtenanwärter ausführlich beschrieben.

Und genau hier schließt sich der Kreis. Wenn du heute schon weißt, dass der Beamtenstatus dein Ziel ist, willst du dir den günstigen Einstieg in die private Krankenversicherung nicht durch eine gesundheitliche Veränderung verbauen lassen, die bis dahin auftreten könnte. Die Anwartschaft hält dir diese Tür offen. Der Koblenzer Berufssoldat aus dem Einstieg hatte das genau richtig erkannt: Er wollte sich frühzeitig das Recht auf den späteren Wechsel sichern, statt zu warten und zu hoffen, dass gesundheitlich alles glattläuft.

Kurz gemerkt: Eine Anwartschaft ist kein Tarifwechsel und keine laufende Krankenversicherung. Sie ist ein Platzhalter, der dir deinen heutigen Gesundheitszustand und, bei der großen Variante, auch dein Eintrittsalter für den späteren PKV-Einstieg reserviert.

Planst du den Wechsel in den Beamtenstatus?

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Wann sich welche Variante lohnt

Ob kleine oder große Anwartschaft die richtige Wahl ist, hängt vor allem von deinem Zeithorizont und davon ab, was du dir konkret absichern willst.

Die kleine Anwartschaft ist dann interessant, wenn dir vor allem wichtig ist, den Verzicht auf die erneute Gesundheitsprüfung festzuhalten. Sie ist die schlankere Lösung und stellt sicher, dass ein Gesundheitsproblem, das bis zum Wechsel dazukommt, dir den Zugang nicht mehr verbauen kann.

Die große Anwartschaft spielt ihre Stärke aus, wenn zwischen heute und dem geplanten Wechsel mehr Zeit liegt und dir auch der spätere Beitrag wichtig ist. Weil sie schon jetzt Alterungsrückstellungen aufbaut, dämpft sie den Beitrag, den du sonst wegen deines dann höheren Alters zahlen würdest. Für jemanden, der den Übergang in den Beamtenstatus fest eingeplant hat, ist das oft der entscheidende Punkt.

Ich sage bewusst nicht pauschal, dass die eine Variante immer besser ist als die andere. Das hängt von deiner persönlichen Situation ab, von deinem Alter, deinem Zeitplan und davon, wie sicher der Statuswechsel für dich ist. Genau das rechnen wir gemeinsam durch, statt dir schnell irgendetwas zu verkaufen.

Eine Sache noch zur Abgrenzung, weil sie oft durcheinandergeht: Die Anwartschaft ist nicht dasselbe wie die Genau-Für-Sie-Option. Beide sichern deinen heutigen Gesundheitszustand für später, setzen aber an unterschiedlichen Stellen an. Was der Unterschied genau ist, habe ich im Artikel Genau-Für-Sie-Option erklärt.

Deine nächsten Schritte

Wenn du bis hierhin gelesen hast, kennst du das Wichtigste: Eine Anwartschaft hält dir das Recht offen, später zu heutigen Bedingungen und ohne erneute Gesundheitsprüfung in die private Krankenversicherung zu wechseln. Die kleine Variante sichert deinen Gesundheitszustand, die große zusätzlich dein Eintrittsalter und damit deinen späteren Beitrag. Welche zu dir passt, entscheidet deine persönliche Planung. Einen Überblick über die gesamte Absicherung für Beamte, von der PKV über Dienstunfähigkeit bis zum Rechtsschutz, findest du gebündelt auf der Beamte-Seite.

Du musst dafür nicht viel tun, nur kurz aktiv werden: Über den Gesundheitsfragebogen finde ich in wenigen Minuten heraus, wie du aktuell versicherbar bist. Auf dieser Grundlage schauen wir gemeinsam, ob eine Anwartschaft für dich sinnvoll ist und welche Variante zu deinem Weg in den Beamtenstatus passt. Ehrlich beraten statt schnell verkauft, das ist mir wichtig.

Felix Gebert
Felix Gebert
Kaufmann für Versicherungen und Finanzen (IHK), gebundener Vertreter der Barmenia in Bad Ems. Spezialisiert auf Beamte, Beamtenanwärter und junge Berufseinsteiger.

Häufige Fragen zur Anwartschaft

Das hängt davon ab, was du absichern willst. Die kleine Anwartschaft friert nur deinen Gesundheitszustand ein, du sparst dir später also die erneute Gesundheitsprüfung. Die große sichert zusätzlich dein Eintrittsalter, weil sie schon jetzt Alterungsrückstellungen aufbaut und deinen späteren Beitrag dämpft. Wer den Übergang in den Beamtenstatus fest plant, ist mit der großen Variante meist besser aufgestellt.

Besonders für Berufssoldaten und angehende Beamte, die den späteren Übergang in den Beamtenstatus planen. Dort trägt der Staat über die Beihilfe einen großen Teil, zum Beispiel rund 70 Prozent, den Rest sicherst du privat ab. Mit einer Anwartschaft hältst du dir das Recht offen, später ohne erneute Gesundheitsprüfung zu den Bedingungen von heute in die PKV zu wechseln.

Beide sichern deinen heutigen Gesundheitszustand für später ab, setzen aber an unterschiedlichen Punkten an. Die Genau-Für-Sie-Option ist ein Baustein innerhalb eines bestehenden Vertrags, die Anwartschaft ist eine eigene Absicherung des späteren PKV-Einstiegs. Welche Lösung zu deiner Situation passt, schauen wir uns gemeinsam an.

Nein. Genau das ist der Kern einer Anwartschaft. Du sicherst dir das Recht, später ohne erneute Gesundheitsprüfung in die private Krankenversicherung zu wechseln, und zwar zu den Bedingungen von heute. Ein Gesundheitsproblem, das in der Zwischenzeit auftritt, kann dir den Zugang dann nicht mehr verbauen.